Klingt wie ein Buchtitel...
Und in der Tat wird das hier wohl der bisher längste Post für den anspruchsvollen Leser, der sich auch Nicht-Schwachsinn durchliest.
Ich packe grade Kartons und muss feststellen, dass ich bisher ca. 7 Kartons gepackt habe und fast alles von meinem Kleinkram so wie, CDs, DVDs, Videos (ja sowas Rückschrittiges habe ich auch noch) und meine Bücher, sowie meine Schafsammlung schon verpackt ist.
Dazu kommt einiger Bürokleinkram sowie mittlerweile schon ein Karton mit Kleidung (oke, da kommen noch min. 3, aber ich bin nunmal ein Mädchen mit großem Kleiderschrank!).
Ich finds wirklich erschreckend.
Vor einigen Wochen habe ich schonmal vorbereitend einigen Kleinkram und Klamotten ausgemistet, damit ich nicht soviel mitschleppen muss wenn es denn endlich soweit ist. Damals habe ich geflucht wieviel SCHEIß ich doch eigentlich habe (an dieser Stelle wünsche ich mir auf meiner Tastatur im Unicode das große ß) und wie ich soviel Mist innerhalb von mittlerweile 20 Jahren ansammeln konnte... Wenn mans puristisch sieht ist es sogar ein weitaus kleinerer Zeitraum, da ich bis zu meinem 10. Lebensjahr nicht wirklich Dinge für mich gekauft habe, die ich auch TATSÄCHLICH noch habe.
Jetzt sitze ich hier und frage mich, wie einfach es doch eigentlich ist ein gesamtes materielles Leben zusammen zu fassen.
Ich finde das ja schon gruselig, wenn Hinterbliebene die Wohnung eines Toten entmisten bzw. ausräumen und sich dort auch ein ganzes Leben in 30 Kartons und einem großen Müllcontainer sammelt.
Ich muss zugeben: ich fühle mich gerade wie Toter und Hinterbliebener zugleich.
Fängt mit diesem Umzug nicht eine große Änderung meines Lebens an?
Neue Wände, keine Familie mehr 24/7, ein Ausbildungsplatz und vermutlich die Frage, wie ich denn die horrenden Stromkosten bezahlen soll (zum Glück habe ich Internet und Telefonflatrate....sonst wär ich ganz schnell arm).
Die allabendliche Frage: "Was mache ich mir eigentlich zu essen? Achja, verdammt ich war gar nicht einkaufen..! Ok, dann eben Schmalhansens Küche!"
Aber es ist ja nicht alles negativ, nein! Bei weitem nicht...
Sehen wir die positiven Aspekte. Ich möchte meine Eltern keinesweg kritisieren, aber manchmal waren sie, was spontanen Besuch angeht, recht kleinlich.
Jetzt entscheide ich wer, wann, warum und wie lange bei mir ist. Ziemlich praktisch.
Der Fakt, dass ich wahrscheinlich oft zu faul zum einkaufen bin unterstützt das vorhaben endlich abzunehmen (dazu kommt noch, dass ich WENN ich einkaufen gehe meinen Speiseplan selbst bestimmen kann...).
Ich entscheide auch was im Fernsehen zu gucken ist, kann sämtliche Türen offen lassen wenn ich Musik höre, telefoniere oder ähnliches.
Theoretisch könnte ich sogar endlich mal splitterfasernackt aus dem Badezimmer nach dem Duschen kommen (hier weniger oft möglich, weil entweder Pascal Besuch hat oooooooder die Nachbarn mal wieder große Augen machen), was ich glaube ich eher selten tun werde - Macht der Gewohnheit!
Ich hab außerdem meine Ruhe. Wenn sich jemand streitet, dann bin ich das mit irgendwem und dann ist das auch Recht so. Ich kanns partout nicht ab, wenn sich unsere Nachbarn oooooder sogar meine Eltern ooooooder Lindy Pascal anschreit. *schauder* Das geht an die Nerven.
Ich habe mir gerade nochmal die Kartons angesehen und durchgezählt. Bisherige Bilanz:
8 große Kartons
6 kleine Ikea-Kartons
1 Plastikkiste
8 Körbe in verschiedenen Größen (auch IKEA)
2 abgehängte leere Regale
dazu div. zusammengepackter Kleinkram (man bedenke: mein Bett ist schon drüben in der neuen Wohnung, theoretisch hat also mein Umzug schon begonnen)
Der Gedanke bald eine eigene Haustür aufzuschließen und "Hallo, bin zuhause" zu sagen obwohl ich weiß, dass eigentlich keiner antworten wird, bereitet mir Kopfschmerzen...
Ich sollte eine Aspirin nehmen...
Song of the Day: Fiddler's Green - Another Sky
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen